So macht man eine Postautowanderung.

Tü-ta-tooo, Poschtautooo: Jedes Kind kennt diese Melodie und weiss, dass die gelben Busse die Fahrgäste selbst an die entlegensten Orte der Schweiz karren.

Hier eine Auswahl an spektakulären Postauto-Routen, bei denen der Weg das Ziel ist, aber man froh ist, am Ziel angekommen zu sein.

Strecke Sitten – Aven – Derborance: die Höllenfahrt (VS)

Einsteigen bitte, die wilde Achterbahnfahrt geht gleich los. Besonders Mutige setzen sich auf die linke Seite. Während zehn Minuten der rund einstündigen Fahrt fährt das Postauto ganz nah am Abgrund, so schmal ist die Strasse. Doch das Abenteuer lohnt sich, denn am Ende gibt es den seit 1959 geschützten Tannenurwald von Derborence. Einige Pionierbaumarten haben bis heute überlebt und sind zum Teil mehr als 600 Jahre alt. Hier oben sagen sich Fuchs und Hase ohne Angst vor Jägern gute Nacht, denn auf einem Gebiet von 152 Quadratkilometern ist die Jagd verboten.

Strecke Kiental – Griesalp-Linie: der Bob-Kanal (BE)

Keine Angst, die erfahrenen und ortskundigen Chauffeure wissen, was sie tun, wenn sie in speziell wendigen Postautos die schmale, kurvige Strasse der Pochtenschlucht zur Griesalp hochfahren. Ausgangspunkt ist Reichenbach im Kandertal, dazwischen liegen Steigungen von bis zu 28 Prozent, was diese Route zur steilsten Postauto-Strecke Europas macht. Und sollte das Wetter doch noch besser werden, bieten sich auf der Griesalp zahlreiche Wanderrouten und der erste schweizerische Alpwirtschafts- und Naturlehrpfad. Auf unzähligen Informationstafeln werden verschiedene Themen behandelt, die einen umfassenden Einblick ins Leben der Bergbauern bieten.

Strecke Trogen Bahnhof Oberegg – St. Anton – Heiden: die frohe Aussicht (AR)

Hier blühte im 17. Jahrhundert die Textilindustrie und brachte Reichtum in den sonst armen Kanton Appenzell Ausserrhoden. Bis heute prägen klassizistische Häuser im Biedermeisterstil den Dorfkern von Trogen. Von dort gehts mit dem Postauto nach Heiden. Dazwischen bietet sich den Fahrgäste eine 34-minütige Fahrt mit einem herrlichen Blick über das Rheintal und die Voralberger Gipfel.

Strecke Via Posta Alpina (Grimsel, Nufenen, Gotthard, Susten): die Vierer-Bahn (BE/VS/TI/UR)

Die Alpenpost gab es schon lange, bevor es das Postauto gab. Es waren bis Anfang des 20. Jahrhunderts Postkutschen, die Personen und Post über die Pässe transportierten. Die Verkehrsmittel haben sich zwar geändert, die Routen über die vier Pässe Grimsel, Nufenen, Gotthard und Susten sind immer noch so spektakulär wie früher. Der Ausflug ist übrigens wettersicher, denn die sechs Postauto-Etappen lassen sich sowohl erwandern als auch erfahren. Oder beides, je nach Wetter, das ja in den Bergen schnell wechseln kann.

Schon gewusst?

«Tü-ta-tooo, Poschtautooo», das berühmte Dreiklanghorn, ertönte zum ersten Mal 1924 und ist heute ein eingetragenes Markenzeichen der PostAuto Schweiz AG. Die Tonfolge Cis–E–A stammt aus der Ouvertüre zu Rossinis Oper «Wilhelm Tell».

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