So wandert man in Höhlen.

Während die meisten Schweizer Käse gar nicht so löchrig sind wie das Sprichwort, sind es dafür sprichwörtlich unsere Berge.

Jurassic Park in Chevenez (JU)

Willkommen im Jurassic Park. In den Tropfsteinhöhlen von Réclère gibts die echten prähistorischen Überreste der Dinosaurier zu bewundern, denen man im Préhisto-Parc begegnet. Keine Angst, sie beissen nicht. Oder doch?

Auf einem geführten, 1,5 Kilometer langen Rundgang mit über 500 Treppenstufen geht es an Stalagmiten und Stalaktiten vorbei, in den grossen Saal mit über 15 Meter hohen Stalagmiten und zu einer rätselhaften Steinformation, die ein geheimnisvolles Gesicht im Profil andeutet.

Länge: 1,5 km

Grotte von Mont Vully (FR)

Was heute ein riesiger Abenteuerspass für Kinder ist, war früher bitterer Ernst. Die künstliche Grotte, die als Schutzeinrichtung während des Ersten Weltkriegs 200 Meter tief in den Sandstein gehauen wurde, ist heute ein grosser Spielplatz, in dem Kinder auf abenteuerliche Entdeckungsreise gehen können. Taschenlampe nicht vergessen!

Länge: 200 m

Hölloch: Die Höhlentour (SZ)

Kaum zu glauben, dass ein kleiner Eingang – nach einem abenteuerlichen Felsenweg durch den grössten Fichtenwalds Westeuropas – den Weg weist zu einem der weltweit längsten Höhlensysteme: 190 Kilometer lang sind die unzähligen Gänge und Stollen. Erst 1875 wurde die Höhle von einem Bergbauern entdeckt. Kontrastreicher als im Muotatal lässt sich die Ur-Schweiz kaum erleben: Aufs Höhlentrekking im Hölloch folgt eine Urwaldexpedition.

Länge insgesamt: 190 km

Lac Souterrain (VS)

Wer hätte gedacht, dass sich tief unterhalb der Weinberge der Gemeinde St. Leonard zwischen Sion und Sierre der grösste natürliche unterirdische See Europas befindet? Bei 300 Meter Länge und 20 Meter Breite lässt sich auf dem See sogar Böötli fahren. Hinter dem befahrbaren Teil des Sees gibt es noch weitere kleine Säle, die jedoch nicht für die Öffentlichkeit zugänglich sind. Den Sommer über ist der unterirdische See täglich zwischen 9 Uhr und 17 Uhr für Besucher geöffnet.

Länge: 300 m

St.-Beatus-Höhlen (BE)

Einst soll ein feuerspeiender Drache in den Höhlen gehaust haben, bis der heilige Beatus mit einem Kruzifix bewaffnet aufkreuzte und das Biest in die Flucht schlug, worauf es von einer Klippe stürzte und elendiglich im Thunersee ertrank. Eine nette Geschichte. Die belegten Fakten dazu: Ein Kilometer des Grottensystems oberhalb Interlakens ist dank Beleuchtung und gesicherter Wege fürs Fussvolk begehbar. Die kolossalen Tropfsteingebilde, Wasserläufe und Hallen bilden allerdings noch nicht einmal die Spitze des Eisbergs: 14 Kilometer der Höhlen, die wegen des nahen Jakobswegs einst als Unterschlupf für Pilger dienten, sind bis heute erforscht.

Länge: 1 km

Gotthardmassiv, div. Stollen (UR/TI)

Schon seit dem 19. Jahrhundert wurde der Gotthard von der Schweizer Armee zu einer Festung umgebaut. Es entstanden mit dem Reduit-Plan während des Zweiten Weltkriegs unzählige Kilometer Bunkeranlagen, die heute nicht mehr genutzt werden. Einen kleinen Einblick in die Welt des Gotthards zeigt die Themenwelt «Sasso San Gottardo». In den eindrücklichen Stollen und Felskavernen im Inneren des Berges werden die Herausforderungen im Umgang mit unseren Ressourcen atmosphärisch thematisiert.

Länge insgesamt: Geheimsache

Kristallhöhle Kobelwald, Oberriet (SG)

Die Lufttemperatur in der Kristallhöhle Kobelwald, nahe Oberriet im Rheintal, beträgt konstante 8,5 °C. Hier tauchen die Besucher ein in eine faszinierende Höhlenwelt, voll mit Kalzit-Kristallen, Tropfsteinen und fliessendem Gewässer.

Länge: 665 m, davon 128 m ausgebaut und begehbar.

Schon gewusst?

Die Schweiz hat rund 8000 Höhlen – die meisten befinden sich in Kalkgestein-Zonen.

× Schliessen