So werden Sie zum Urschweizer.

Wir Schweizer sind ein lustiges Völkchen mit vielen alten Bräuchen und Traditionen. Wer sie erhalten will, kann sie lernen.

1. Chlefelen lernen

Kastagnetten gehören zu Spanien wie das Chlefele zur Innerschweiz. Beide Holzschlaginstrumente funktionieren gleich und werden auf dieselbe Weise gespielt. In Chlefelen-Kursen kann die Technik erlernt werden.

So funktionierts: Das eine Brettchen wird zwischen Zeig- und Mittelfinger und das andere zwischen Mittel- und Ringfinger eingeklemmt. Das untere Brettchen schlägt man dann gegen das obere. Dazu werden die Hand und der Arm rhythmisch hin- und herbewegt, sodass die Brettchen im Takt aufeinanderschlagen.

2. Treicheln lernen

Dem berühmtesten Treichler der Schweiz, dem Schellen-Ursli, wurde letztes Jahr ein filmisches Denkmal gesetzt. Nicht nur im Engadin werden die Glocken geschwungen, sondern im gesamten Alpenraum. Dabei handelt es sich um eine uralte Tradition und einen Teil der alpinen Kultur, der für vieles steht. Ob als Ortungssignal für Kühe auf einer Alp, damit man sie wiederfindet, oder für spirituelle Rituale wie den Alpsegen. Glocken können auch als Schmuck getragen werden; so haben die besten Kühe die grössten Glocken.

Die Glockenschmiedekunst ist ein Traditionshandwerk, das viel Erfahrung braucht. Genauso wie das richtige Schwingen der Schellen – eine Kunst, die oft nur von Vater zu Sohn weitergegeben wird. Im Toggenburg bietet sich allerdings die einzigartige Möglichkeit, das Treicheln in einem Kurs zu lernen.

3. Juuzen – Zäuerli

Jodeln ist nicht gleich Jodeln, genauso wenig, wie Rock dasselbe ist wie Pop. Während in Appenzell mit dem Zäuerli – dem Naturjodel – eine harmonische Klangsymbiose gesucht wird, ist der Juuzer rau und tönt eher wie ein Schrei als wie Gesang. Dabei passt er zur herben Landschaft der Innerchwyzer Täler, wo das Juuzen in seiner ursprünglichen Art zelebriert wird.
Beim Zäuerli wird hingegen frei von Rhythmus gesungen und durch langsame, melancholische Töne ein Klangbild erschaffen, das von den anderen Sängern erweitert wird. Ein bisschen so wie Jazz, einfach das Gegenteil.

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